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„Denkfest 2017“: Mit ungewöhnlichen Konzepten und Kooperationen neue Kulturräume erobern

Die Metropolregion Rhein-Neckar soll sich zu einer Kulturregion entwickeln, die Künstlerinnen und Künstlern Raum für kreative Prozesse und die Präsentation ihrer Arbeiten bietet. So lautet eines der drei strategischen Ziele der Kulturvision 2025, die im vergangenen Jahr verabschiedet wurde. Was sich konkret verändern muss, damit dieses Ziel Realität werden kann, ist Thema beim „Denkfest 2017“, das noch Ende der Woche in Ludwigshafen stattfand.

Zum Auftakt der siebten Auflage des zweitägigen Symposiums diskutierten gestern bereits rund 250 Teilnehmer, wie Kunst neue Räume erschließen kann und welche Rahmenbedingungen kreatives Schaffen begünstigen. Die Forderung nach mehr Geld und einer besseren räumlichen Ausstattung sei dabei berechtigt, sagte Thomas Kraus, Leiter des Kulturbüros der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Genauso wichtig sei es aber, die in der Region bereits vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen und neue Wege der Zusammenarbeit zu gehen.

Einen ersten Denkanstoß gab Dimitri Hegemann. Bereits in den 1980er-Jahren schuf der Berliner Kulturmanager mit seinem „Fischbüro“ oder dem Festival „Berlin Atonal“ Experimentierräume für Kreative. In den 1990er-Jahren schrieb er diese Geschichte u.a. mit dem Techno-Club „Tresor“ fort. Zu seinen aktuellen Projekten zählt „Happy Locals“, das in der Provinz kreative Plattformen für junge Menschen schafft. Kultur könne durchaus Motor der Stadtentwicklung sein, so Hegemanns Überzeugung. Allerdings brauche es hierfür Orte, an denen Menschen ihre Gedanken frei und ohne Konventionen ausleben dürften: „Verrückte Ideen bringen positive Energie.“ Deshalb müsse man ungewöhnliche Formate an ungewöhnlichen Orten zulassen und fördern. Aus diesem organischen Wachstumsprozess heraus könne dann Großes entstehen, das sich auch nachhaltig finanzieren lässt.

Für eine neue Finanzierungsform warb Corinna Pape (SPONSORT): Crowdfunding habe sich bewährt, um Künstler und Unternehmen zusammen zu bringen und gemeinsam nachhaltige Kampagnen zu kreieren, von denen beide Seiten profitieren. Auf SPONSORT gehe es nicht nur um Kunst im engeren Sinne. Geeignet sei alles, was die Lebensqualität der Menschen steigere und Orte der sozialen Interaktion schaffe.

Die Kreativwirtschaft in ihrer Gesamtheit sei ein wichtiger Treiber für die Zukunft der Städte. Dies zeige sich zum Beispiel am Mannheimer Stadtteil Jungbusch, so Michael Herberger (Naidoo Herberger Produktion). Er selbst verstehe sich als Teil dieser Entwicklung und plane deshalb auf der Konversionsfläche „Franklin“ einen neuen Gebäudekomplex mit Büros, Studios und Proberäumen: „Kreativunternehmen sind meist Kleinunternehmen. Der Austausch mit anderen ist elementar wichtig.“

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